Einige Unternehmen wehrten sich bis vor einigen Monaten noch immens gegen das Homeoffice. Dann kam die Corona-Pandemie und so wurden sie schlagartig zu einem Umdenken gezwungen. Während einige sich den ehemaligen Status quo zurückwünsch(t)en, sind andere mit voller Energie im Transformationsprozess. Viele Unternehmen, die auf Kurzarbeit umgestellt haben, können positive Effekte bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern feststellen. Beispielhaft sei hier höhere Produktivität und gesteigerte Motivation genannt. Es scheint also eine logische Konsequenz, dass sich viele Unternehmenslenker und Personalabteilungen nun die Frage stellen, ob eine 4-Tage-Woche bloße Utopie oder ein realistisches Arbeitsmodell ist.

Wie kann die 4-Tage-Woche ablaufen? 

In den Köpfen vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden bei dieser Frage ähnliche Gedanken hervorgerufen: Montag bis Donnerstag normal arbeiten und schön den Freitag frei machen, damit man ein langes Wochenende hat. In Ausnahmefällen auch mal den Montag  Alle lästigen Erledigungen kann man dann am freien „Arbeitstag“ erledigen und hat das komplette Wochenende zum Erholen und Ausspannen. Diese Form, also eine ungefähr 30-Stunden-Woche, schwebt dabei vielen vor. Unternehmen hingegen sehen dies kritischer. Vielen ist die Stundenreduzierung zu extrem. Praktischer und leichter umsetzbar ist eine Art 35-Stunden-Woche, die bereits viele Startups anbieten. Entweder wird sieben Stunden täglich gearbeitet oder Montag bis Donnerstag rund 9 und dafür den Freitag (oder einen beliebigen anderen Tag) frei. Beide Varianten haben dabei verschiedene Vor- und Nachteile.

Der 4-Tage-Woche-Effekt: ausgewogenere Lebensbalance

Menschen, die bereits in den Genuss einer reduzierten Arbeitswoche kommen durften, berichten sehr positiv darüber. Man sei motivierter und könne auch den Alltag und das Privatleben mehr genießen. Der Kopf sei einfach ruhiger, sodass man an seinen freien Tagen besser abschalten könne. Auch eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz zeigt sehr erfolgsversprechende Effekte der kurzen Arbeitswoche. Nicht nur Rückenschmerzen, Herzinfarkte und Schlafstörungen treten seltener auf, auch gehen die Krankheitstage im Allgemeinen zurück. 

Der Effekt: gesteigerte Produktivität

In fast allen Studien, die zu diesem Thema bisher durchgeführt wurden, zeigen sich ähnliche Effekte. Neben der besseren Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, profitiert auch das Unternehmen direkt von einer kürzeren Arbeitswoche. Besonders eindrucksvoll dazu die Zahlen von Microsoft in Japan. Das Unternehmen hat dort eine 4-Tage-Woche bei über 2.000 Beschäftigten testhalber eingeführt – bei voller Lohnzahlung. Das Ergebnis: Die Produktivität der Beschäftigten stieg um 40%! Wenn das kein gutes Argument ist. 

Trotzdem auf der „sicheren Seite“ sein

Auch wenn die Produktivität zunimmt, wird sie allein aufgrund der geringeren Stundenzahl eventuell nicht die vollen 100% erreichen, die Arbeitnehmer_innen mit der klassischen Vollzeit-Woche geleistet haben. Falls dies so sein sollte und Sie sich und Ihr Unternehmen frühzeitig absichern möchten, könnten Sie auch über Umstrukturierung und Umorganisation nachdenken. So lassen sich Aufgaben eventuell besser verteilen, damit diese den Ansprüchen der kürzeren Arbeitswoche besser gerecht werden. Ebenso sind Investitionen in neues Personal ein guter Weg. Ganz nebenbei führt dies auch dazu, dass die Mitarbeitenden sich besser über die Woche verteilen können. So stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen bei Anfragen jederzeit reagieren kann und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotzdem keine Vollzeit-Woche arbeiten. 

Ist die 4-Tage-Woche für jedes Unternehmen geeignet?

Hier ist die Antwort leider ein klares Nein. In einigen Branchen ist eine reduzierte Arbeitszeit leider bislang undenkbar. Insbesondere in Pflege-Berufen ist aufgrund des Fachkräftemangels einfach zu wenig Personal verfügbar. Gleichzeitig müssen Patientinnen und Patienten weiterhin rund um die Uhr versorgt werden. Für einige Branchen bleibt die 4-Tage-Woche daher leider (noch) eine Utopie. 

Fazit

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der 4-Tage-Woche gegenüber sehr aufgeschlossen. Die Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz zeigt, dass mehr als 50% der Befragten mit einer 40-Stunden-Woche eine 35-Stunden-Woche bevorzugen würden. Selbst dann, wenn sie entsprechend weniger verdienen. Die Themen Work-Life-Balance und bessere Gesundheit haben für immer mehr Menschen höhere Priorität. Mit neuen Arbeitsmodellen steigern Sie als Unternehmen also nicht nur die Produktivität Ihrer Mitarbeiter_innen, sondern präsentieren sich außerdem als attraktiver Arbeitgeber im Kampf um Fach- und Führungskräfte. 

Gerne unterstützen wir Sie dabei, ein passendes Modell, zugeschnitten auf Ihr Unternehmen, zu finden und Sie und Ihre Mitarbeiter_innen bei dem Schritt in ein „New Work“-Modell zu begleiten. Kontaktieren Sie uns gerne für ein unverbindliches kostenloses Erstgespräch, in dem wir Sie auch über für Sie geeignete finanzielle Fördermöglichkeiten für Unternehmensberatung und Coaching informieren. 

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