Der 8. März rückt näher, und die Texte, Beiträge und Debatten zum Weltfrauentag werden nicht weniger. Das ist gut so. Wir möchten hier kein weiteres Manifest schreiben und auch nicht das Rad neu erfinden. Was wir möchten, ist etwas anderes: unsere Perspektive einbringen: die Perspektive von Menschen, die täglich mit Führungskräften, Teams und Einzelpersonen arbeiten, die genau diese Themen in ihrem Arbeitsalltag leben.
Denn die Zahlen, die jedes Jahr zum Frauentag zitiert werden, sind nicht abstrakt. Sie zeigen sich in den Gesprächen, die wir führen, in Coachings, Supervisionen und Teamentwicklungen. Und sie zeigen sich in den Herausforderungen, denen sich Arbeitgeber*innen gegenübersehen, die Gleichstellung ernsthaft angehen wollen.

Was die Zahlen sagen

Drei Kennzahlen, die die Lage auf den Punkt bringen:

Frauen in Deutschland verdienen 16 % weniger pro Stunde als Männer und bis zu 6 Prozentpunkte davon lassen sich auch bei gleicher Stelle, Qualifikation und Erfahrung nicht erklären. (Destatis, 2025)
Frauen leisten 44,3 % mehr unbezahlte Sorgearbeit pro Tag als Männer. Das entspricht rund 79 Minuten täglich. (Statistisches Bundesamt, 2024)
Weltweit haben nur 7 % aller Unternehmen eine Frau als CEO.
Was diese drei Zahlen gemeinsam sagen: Gleichstellung ist kein kulturelles Randthema, sondern eine strukturelle Realität – am Arbeitsmarkt, in Familien, in Organisationen. Und sie betrifft nicht nur Frauen, sondern alle, die in diesen Strukturen arbeiten, führen und entscheiden. (UN Global Compact, 2024)

Die Herausforderungen aus der Perspektive von Coaching und Arbeitgeber*innen

Im Coaching: Individuelle Entwicklung im strukturellen Rahmen

Eine der grundlegendsten Spannungen im Coaching rund um Karriere, Führung und Vereinbarkeit ist diese: Menschen kommen mit persönlichen Fragen und stehen gleichzeitig vor Rahmenbedingungen, die sie nicht alleine verändern können. Gutes Coaching nimmt beides ernst. Es stärkt die persönliche Handlungsfähigkeit, ohne so zu tun, als ob strukturelle Ungleichheiten durch Veränderungen in der Haltung allein verschwinden würden.
Das bedeutet konkret: Wenn Führungskräfte, unabhängig vom Geschlecht, an ihrer Wirkung, Positionierung oder Entscheidungskultur arbeiten, geht es fast immer auch um die Frage, in welchem Umfeld sie das tun. Welche Erwartungen werden an sie gestellt? Welche unausgesprochenen Normen gelten in ihrer Organisation? Welche Spielräume haben sie tatsächlich und welche nehmen sie sich?

Für Arbeitgeber*innen: Struktur vor Kultur

Häufig erleben wir, dass Unternehmen Gleichstellung als Haltungsfrage behandeln, als etwas, das sich mit Sensibilisierung, Kommunikation und gutem Willen lösen lässt. Das greift zu kurz. Nachhaltige Veränderung entsteht dort, wo Strukturen, Prozesse und Entscheidungsmechanismen in den Blick genommen werden: Wie werden Leistung und Potenzial bewertet? Wie sind Führungsmodelle gestaltet? Welche Karrierewege stehen tatsächlich offen? Nicht auf dem Papier, sondern in der Praxis.
Führungskräfte, die diese Fragen stellen und ihre eigene Rolle darin reflektieren, leisten den entscheidenden Beitrag. Nicht weil sie ein politisches Statement setzen wollen, sondern weil es die Qualität ihrer Führung verbessert.

Was das mit uns zu tun hat

Bei C3 begleiten wir Menschen und Organisationen in genau diesem Terrain: Führungskräfte-Entwicklung, Teamentwicklung, Burnout-Prävention, Supervision. Nicht mit fertigen Antworten, sondern mit dem Angebot, gemeinsam genauer hinzuschauen. Auf das, was ist, und auf das, was möglich sein könnte.
Der Weltfrauentag ist für uns kein Anlass für ein Statement. Er ist eine Einladung zur Reflexion: Was tragen wir, als Einzelne, als Führungskräfte, als Organisationen, dazu bei, dass die Zahlen von morgen andere sind?

 

Sie möchten über unsere Angebote mehr erfahren? Kontaktieren Sie uns sehr gerne hier für weitere Informationen. Wir freuen uns, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen!

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Ein Mann steht vor einem Kanban-Board, das die typischen Kategorien abbildet - von Stories zu Done.Ein Esel hält mit dem Maul die Jacke eine Frau fest und beide ziehen daran.