In den ersten beiden Teilen unserer Leadership Reihe haben wir den Unterschied zwischen Management und Führung betrachtet und verschiedene Führungstheorien kennengelernt. Dabei wurde deutlich, dass es nicht den einen richtigen Führungsstil gibt. Gute Führung richtet sich nach den Menschen, der Situation und dem jeweiligen Kontext.
Doch unabhängig davon, welchen Ansatz wir verfolgen, gibt es eine Gemeinsamkeit: Gute Führung beginnt nicht bei den anderen, sondern bei uns selbst.

Sich selbst führen, bevor man andere führt

Führung wird häufig mit Aufgaben verbunden, die nach außen gerichtet sind. Entscheidungen treffen, Prioritäten setzen, Feedback geben oder Teams begleiten. Dabei gerät leicht in den Hintergrund, dass all diese Aufgaben von der Person ausgehen, die führt.
Wie wir unter Druck reagieren, mit Unsicherheit umgehen oder Entscheidungen treffen, beeinflusst unser Team oft stärker als jede Methode oder jedes Führungsmodell. Wer sich seiner eigenen Wirkung bewusst ist, kann Situationen klarer einschätzen und bewusster handeln. Wer dagegen überwiegend im Autopilot unterwegs ist, läuft eher Gefahr, auf Stress mit Ungeduld, Kontrolle oder vorschnellen Entscheidungen zu reagieren. Selbstführung bedeutet deshalb nicht, immer alles im Griff zu haben. Vielmehr geht es darum, sich selbst besser kennenzulernen und das eigene Verhalten bewusst zu gestalten.

Die eigene Wirkung ist nicht immer die eigene Absicht

Viele Führungskräfte erleben Situationen, in denen ihre Absicht und ihre Wirkung auseinandergehen. Vielleicht sollte eine Rückmeldung motivierend sein, wurde aber als Kritik verstanden. Vielleicht war eine schnelle Entscheidung notwendig, wurde im Team jedoch als mangelnde Beteiligung wahrgenommen.
Zwischen dem, was wir sagen möchten, und dem, was bei unserem Gegenüber ankommt, liegt unsere Wirkung. Diese entsteht nicht nur durch Worte, sondern auch durch Körpersprache, Tonfall, Haltung und unser Verhalten im Alltag.
Selbstführung bedeutet deshalb auch, aufmerksam mit der eigenen Wirkung zu sein.

Klarheit beginnt auch im Inneren

Gerade in anspruchsvollen Situationen wünschen sich Teams Orientierung. Diese entsteht nicht allein durch schnelle Antworten oder perfekte Lösungen. Oft hilft es mehr, wenn Führungskräfte Ruhe ausstrahlen, Entscheidungen nachvollziehbar machen und offen mit Unsicherheiten umgehen.
Das setzt voraus, die eigenen Werte und Prioritäten zu kennen. Wer weiß, was ihm wichtig ist, kann auch in herausfordernden Situationen authentisch handeln. Entscheidungen wirken dadurch glaubwürdiger und Mitarbeitende erleben ihre Führungskraft als verlässlich.
Selbstführung bedeutet daher auch, sich regelmäßig zu fragen: Was ist mir in meiner Rolle wirklich wichtig? Welche Haltung möchte ich in der Zusammenarbeit vermitteln?

Lernen durch Beobachtung

Oft werden uns unsere eigenen Verhaltensmuster erst dann bewusst, wenn wir den gewohnten Arbeitsalltag verlassen. Neue Situationen schaffen Abstand und eröffnen die Möglichkeit, das eigene Führungsverhalten aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Genau deshalb können besondere Formate in der Führungskräfteentwicklung interessante Impulse geben.
Eine Möglichkeit, die C3 Coaching Lüneburg anbietet, ist das Führungskräftetraining mit Eseln. Esel lassen sich weder von Hierarchien noch von Fachwissen beeindrucken. Sie reagieren auf Klarheit, Authentizität und eine stimmige innere Haltung.
Coachin Gabriele Duchek beobachtet in ihrer Arbeit immer wieder, dass Führungskräfte durch die Begegnung mit den Tieren ihr eigenes Verhalten bewusster wahrnehmen. Situationen, die im Arbeitsalltag oft unbemerkt bleiben, werden plötzlich sichtbar. Bin ich klar in meiner Kommunikation? Vermittle ich Orientierung? Sage ich das, was ich eigentlich meine? Und passt mein Auftreten zu dem, was ich erreichen möchte?
Gerade diese unmittelbare Rückmeldung macht das Training besonders. Es geht nicht darum, den Umgang mit Eseln zu lernen. Vielmehr bietet das Setting die Möglichkeit, die eigene Wirkung ohne den gewohnten beruflichen Kontext zu erleben und daraus Erkenntnisse für den Führungsalltag mitzunehmen.

Fragen für die eigene Reflexion:

Selbstführung entsteht nicht in einem Seminar und ist auch kein Zustand, den man irgendwann erreicht hat. Sie entwickelt sich Schritt für Schritt im Alltag.

Vielleicht helfen Ihnen diese Fragen als kleine Anregung für die eigene Reflexion:
• Wie reagiere ich in stressigen Situationen?
• Wann habe ich zuletzt aktiv um Feedback gebeten?
• Welche Werte prägen meine Entscheidungen?
• Wie möchte ich auf andere wirken und entspricht mein Verhalten diesem Anspruch?
• Wann habe ich mir zuletzt bewusst Zeit genommen, mein eigenes Handeln zu reflektieren?
Es geht dabei nicht darum, perfekte Antworten zu finden. Oft reicht schon die Bereitschaft, sich diese Fragen regelmäßig zu stellen.

 

Sie interessieren sich für ein Führungskräftecoaching mit oder ohne Esel – egal ob allein oder als Team/Gruppe? Kontaktieren Sie uns sehr gerne hier für weitere Informationen zu offenen Workshops oder Gruppenformaten. Wir freuen uns auf Sie!

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