Die Schulzeit neigte sich dem Ende zu und zahlreiche neue Möglichkeiten standen offen. Vielleicht ins Ausland gehen, Work and Travel, ein soziales oder ökologisches Jahr beginnen, vielleicht eine Ausbildung oder ein Studium beginnen. Erst einmal jobben und/oder sich klar werden, was man eigentlich machen möchte. Für so viele junge Menschen sollte eine Zeit beginnen, in der sie ihre Träume verwirklichen können. Und dann kam die Corona-Pandemie und mit ihr verschwanden von einem Tag auf den anderen die meisten Pläne. Abi-Party, Abschlussreise und Co. mussten plötzlich abgesagt werden. Geplante Auslandsaufenthalte oftmals ebenfalls. Von den Freunden so richtig verabschieden? Definitiv anders als gedacht. Abschlussfotos mit Abstand, in der Schule (wenn überhaupt) nur noch die Hälfte der Freunde sehen. Stattdessen: Unsicherheit. Unsicherheit über das, wie es weitergeht. Unsicherheit darüber, welchen Berufsweg man nun einschlagen sollte. Unsicherheit darüber, ob überhaupt ein Ausbildungsplatz gefunden werden kann und ob man bei einem Studium so schnell Freunde findet, wenn alles virtuell stattfindet. Und das ausgerechnet für die Generation Y und die Generation Z, die ohnehin an Zukunftsängsten leiden und sich häufig orientierungslos fühlen. 

Wer bin ich eigentlich und wo möchte ich hin? Welcher Job passt zu mir? 

Junge Erwachsene stehen zum Ende der Schulzeit immer vor besonderen Herausforderungen und der Frage, wo es in Zukunft hingehen soll. In früheren Generationen auch schon, doch für die Generation Z und Y ist dieser Lebensabschnitt noch herausfordernder. Zahlreiche Fragen beschäftigen sie, auf die es keine einfache Antwort gibt. Auch Menschen in ihren 20ern geraten immer häufiger an diesen Punkt. Ist der Job richtig für mich? Möchte ich eigentlich heiraten und Kinder und war es nicht eigentlich mein Plan, noch einmal ins Ausland zu gehen? Oder doch lieber sesshaft werden und eine Familie gründen? 

Was bleibt, sind die Zweifel

All diese Fragen können viele junge Menschen nicht mit einem einfachen „ja“ oder „nein“ beantworten. Wie auch, wenn so viele Türen offenstehen und man gar nicht weiß, durch welche man gehen soll. Alles wird hinterfragt und die eigenen Entscheidungen kritisch beleuchtet. Oftmals führt das zu unglaublichen Zweifeln. In sich und seine getroffenen Entscheidungen und darin, ob man überhaupt in der Lage ist, weitere Entscheidungen für die eigene Zukunft zu treffen. 

Der Wunsch nach Sicherheit uns Stabilität

Während die klassische Midlife crisis eher darauf beruht, dass Betroffene ihr Leben als stagnierend wahrnehmen, ist es bei der jungen Generation genau das Gegenteil. Die digitalen Medien, die für sie ein relevanter Kommunikations- und Informationskanal sind, vermitteln, was alles möglich ist. Die ganze Welt steht ihnen offen. Und das schafft Unsicherheit und schafft den Wunsch nach Stabilität. Eine Befragung unter jungen Erwachsenen der Generation Y ergab, dass über 60% von ihnen es als besonders herausfordernd empfanden, einen Job zu finden, der sie wirklich interessiert. Denn der Gedanke „was ich arbeite, bin ich“, herrschte bei vielen vor. Eine Identitätskrise, die – was vielen jungen Menschen nicht bewusst ist – ganz normal ist in dieser Zeit. Also kein Grund, sich alleine zu fühlen. 

Wie finde ich meine Identität?

Viele sind der Meinung, die eigene Identität zu finden, wenn sie ihre Berufung oder einen Job finden, der zu ihnen passt. Das liegt oft daran, dass wir uns über das Netzwerk definieren, das uns umgibt. In früheren Generationen war es einfacher: Man wählte den Beruf, der einem sinnbildlich in die Wiege gelegt wurde. Die Mutter war Schneiderin, man wurde Schneiderin oder übernahm den Familienbetrieb. Die Eltern gaben den eigenen Weg indirekt vor. Heutzutage steht jungen Menschen die Welt offen. Und damit steigt auch das Risiko, eine „falsche“ Entscheidung zu treffen und „zu scheitern“. Denn wer kann jetzt schon sagen, ob der Job wirklich das hält, was er verspricht?!

Was folgt, ist ein enormer innerer Druck. Nämlich Druck, sich vermeintlich richtig zu entscheiden. Schafft man das nicht, werden die Selbstzweifel lauter. 

Während sich die Generation Y tatsächlich noch sehr stark über ihren Job definiert und ihren eigenen, persönlich richtigen Weg darin finden möchte, ist die Generation Z schon etwas offener für unkonventionelle Wege. Sie haben auch andere Ziele im Leben und sehen die Arbeit mehr als ein Mittel, die eigentlichen Ziele zu erreichen. Die Verbundenheit zur Familie und Sicherheit sind für sie oftmals sehr wichtig. Und die kann man auch bekommen, wenn man einen Job macht, der einem Spaß macht und Freizeit und Sicherheit ermöglicht. 

Wichtig ist, sich nicht stressen zu lassen und sich selbst nicht so unter Druck zu setzen. Sprüche wie: „Diamanten werden unter Druck geformt“, sind nicht mehr zeitgemäß. Heute heißt es: Gib dir Zeit, damit du dich entfalten kannst! Sei nicht so streng mit dir und schraube deine Erwartungen runter, bis du soweit bist. Vertraue in dich! “ 

Jeder hat Talente, Interessen und Fähigkeiten, die er beruflich nutzen kann und jeder hat andere Werte, für auch für unterschiedliche Jobs geeignet sind. Es geht darum, diese zu erkennen und sich selbst ernst zu nehmen. Entscheidungen zu treffen ist nicht leicht, doch wenn man genau weiß, wo man hin möchte und wie man auf sein Herz hört, dann weiß man ganz genau, durch welche Tür man gehen soll. 

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