Manche Teammeetings fühlen sich leicht an. Andere ziehen Energie. Und manchmal fragt man sich: Warum ist das gerade so anstrengend, obwohl doch alle kompetent sind?
Ein Blick auf Teamphasen kann helfen, solche Situationen einzuordnen. Nicht als Bewertung, sondern als Orientierung.
Wenn Menschen zusammenarbeiten, entsteht Dynamik: Beziehungen entwickeln sich, Rollen werden verhandelt, Aufgaben verändern sich. Genau darin liegen Chancen, aber auch Reibungen. Modelle zu Teamphasen beschreiben typische Muster dieser Entwicklung. Nicht als starre Abfolge, sondern als eine Art Karte, die hilft, sich zu orientieren. Für den Praxisalltag bedeutet das: Teamarbeit folgt Mustern und wer sie kennt, kann bewusster damit umgehen.
Das bekannteste Modell stammt von Bruce Tuckman. Er beschrieb bereits in den 1960er-Jahren die Phasen Forming, Storming, Norming und Performing. Später ergänzte er gemeinsam mit Mary Ann Jensen die fünfte Phase: Adjourning.
Teamphasen nach Tuckman und Jensen
Forming – Orientierung und vorsichtiges Ankommen
Am Anfang entsteht erst ein Bild davon, wer hier eigentlich miteinander arbeitet. Erwartungen stehen im Raum, Rollen sind noch unklar, der Umgang miteinander findet sich noch. Unsicherheit gehört dazu. Klare Strukturen können in dieser Phase Halt geben.
Storming – Reibung und Klärung
Unterschiede werden sichtbar, Meinungen prallen aufeinander, Zuständigkeiten werden diskutiert und Rollen hinterfragt. Das kann anstrengend sein und ist gleichzeitig ein wichtiger Teil der Entwicklung. Teams, die diese Phase nicht überspringen, sondern ernst nehmen, schaffen eine stabile Basis für die zukünftige Zusammenarbeit.
Norming – Gemeinsame Regeln und Routinen
Mit zunehmender Klarheit entsteht ein verlässlicheres Miteinander. Absprachen greifen, Arbeitsweisen passen besser zusammen, Vertrauen wächst. Das Team entwickelt eine gemeinsame Sprache und ein Gespür dafür, wie Zusammenarbeit miteinander funktioniert.
Performing – Eine gelingende Zusammenarbeit
Sind die Rollen geklärt und läuft die Kommunikation klar ab, wird Arbeit leichter. Verantwortung wird geteilt, Konflikte sachlich geklärt, Entscheidungen zügiger getroffen. Das Team kann sich auf Inhalte konzentrieren, statt ständig Grundsätzliches neu auszuhandeln.
Adjourning – Übergänge gestalten
Teams verändern sich: Projekte enden, Aufgaben wechseln, Menschen gehen oder kommen neu dazu. Diese Phase lenkt den Blick auf Abschiede, Übergänge und darauf, wie Erfahrungen, Wissen und Beziehungen bewusst weitergetragen werden können.
Teamphasen: Ein Blick in die Praxis
So klar die Phasen beschrieben sind, so selten verlaufen sie in der Realität geradlinig. Teams bewegen sich zwischen ihnen hin und her und manchmal auch in mehreren gleichzeitig, abhängig davon,
• welche Aufgaben gerade anstehen,
• wie stabil das Team besetzt ist,
• wie viel Raum für Austausch bleibt,
• und welche Veränderungen von außen wirken.
Es ist ganz normal, dass ein Team in einem Bereich souverän zusammenarbeitet, während es bei einem anderen Thema noch mitten im Storming steckt. Oder dass neue Kolleg*innen Prozesse wieder in frühere Phasen zurückholen. Diese Beweglichkeit gehört zur Teamdynamik.
Und was heißt das für die tägliche Arbeit?
Oft wissen Teams gar nicht, in welcher Phase sie sich gerade bewegen. Sie merken nur: Irgendetwas hakt. Gespräche werden mühsamer, Entscheidungen ziehen sich, Rollen verschwimmen. Genau hier setzt Coaching an. Nicht, um ein Modell über die Situation zu legen, sondern um gemeinsam hinzuschauen: Was ist gerade los? Und was braucht es jetzt?
Manchmal zeigt sich, dass das Team eigentlich schon leistungsfähig wäre, aber noch an offenen Konflikten aus der Storming-Phase festhängt. Oder dass Orientierung fehlt, weil das Forming nie wirklich Raum bekommen hat. Coaching kann dann helfen, den eigenen Teamprozess bewusster zu gestalten.
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